Allerheiligen

Pfarrkirche der Pfarrei Allerheiligen

im Pfarrverband St. Albert – Allerheiligen, 80805 München, Ungererstr. 187

Patrozinium: Allerheiligen, 1. November

Gottesdienste: Die Termine für die Gottesdienste in Allerheiligen werden im Gottesdienstanzeiger des Pfarrverbands angekündigt.

Aktuelle Gottesdienste

Die Pfarrei Allerheiligen ist im Vergleich zu anderen Münchener Gemeinden noch relativ jung. Am 1. Juli 1920 wurde der östlich der Leopoldstraße gelegene Teil Schwabings von der Pfarrei St. Ursula, die damals 40.000 Mitglieder zählte, abgetrennt und unter dem Namen Sylvester als Kuratie errichtet. Zu ihr gehörte auch die nach dem Ersten Weltkrieg entstandene Arbeitersiedlung "Alte Heide" gegenüber dem Nordfriedhof.

In einer etwa 30 qm großen Waschküche wurde jahrelang am Sonntag für diese "gottverlassene Gegend" Gottesdienst gehalten. Zuerst waren es nur knapp 25 bis 30 Personen, die zur Messe kamen. Aber die Gemeinde wuchs, so dass am 1. Mai 1927 die Kuratie Allerseelen errichtet werden konnte, mit bis dahin ca. 4000 Katholiken.

Der größte Teil unter ihnen Arbeiter, die in den nahegelegenen Fabriken BMW, Krupp und Maffei beschäftigt waren. Die wirtschaftliche Not jener Jahre wurde durch die zunehmende Arbeitslosigkeit ins Unerträgliche gesteigert. Nach einer vom Schulleiter erstellten Statistik waren 1928 bereits 70% der Familienväter dieser Schulkinder ohne Erwerb. Damals bedeutete das praktisch: zu hungern. Dennoch ließ die Gemeinde gegenüber der Aussegnungshalle des Nordfriedhofs (die heutige Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche) eine Notkirche, die "Allerseelenkirche", errichten, die 1929 geweiht wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gestatteten die Münchener Stadtplaner nicht, die Kirche auszubauen. Kardinal Wendel beschloss daraufhin den Bau einer neuen, nördlicher gelegenen Pfarrkirche. Am 17. November 1957 feierte die Gemeinde die Weihe ihrer Allerheiligenkirche. In gewisser Weise könnte man auch sie als "Notkirche" bezeichnen: Die Not der Zeit hat ihr den Stempel aufgedrückt. Zudem war man sich damals eines neuen Baustils noch nicht so sicher; es fehlte an Erfahrung mit den aufkommenden Baumaterialien Beton und Eisen; die finanziellen Mittel waren wegen der Währungsreform und der vielen in München neu zu erbauenden Kirchen knapp. So entstand eine Kirche, die für einen Gemeindegottesdienst unserer Zeit noch viele Wünsche offen ließ.

Innenausstattung

Triumphkreuz

Das große Triumphkreuz über dem Altar, die Madonnenstatue, sowie der Kreuzweg stammen von Professor Jacob Adlhart (1898-1985) aus Hallein/Salzburg.

Altargemälde

Das große Wandgemälde im Altarraum stammt von Ingeborg Sedlmayr (geb. 1921) aus Berg am Starnberger See aus dem Jahr 1980. Die Künstlerin hatte die schwierige Aufgabe, in Verbindung zum großen Altarkreuz eine Gestaltung der riesigen Altarwand zu schaffen, die nicht nur theologisch-gedanklich, sondern auch künstlerisch-spirituell das vorhandene Kreuz miteinbeziehen sollte. Durch die halbkreisförmige Anordnung ihrer Bilder und der zarten Farben wurde sie diesem Anliegen sehr gerecht.
Das Gemälde greift in der rechten Hälfte den Gedanken des Allerheiligenfestes auf: "Die große Schar der Erlösten" - linkerhand ist die alttestamentliche Geschichte vom Auszug aus Ägypten durch das Rote Meer, der Rettung Israels als Hoffnungsbild dargestellt.

Orgel

Musikalisches zum Lobe Gottes wird auf der Schleifladenorgel der Gebrüder Späth aus dem Jahr 1960 gestaltet. Für rund 95.000 € wurde das Instrument von der Orgelbaugemeinschaft Jocher/Edouard im Jahre 2002 generalüberholt. Mit 2200 Pfeifen, die sich auf 3 Manuale und Pedale mit 35 Registern verteilen, ist die farbenreiche und klangvolle Orgel sowohl für das liturgische als auch das konzertante Spiel bestens geeignet.

In der Werktagskapelle, als Teil des 1991 erbauten Pfarrzentrums, findet eine Truhenorgel des Orgelbauers Josef Maier, Lindau, Verwendung.

Heiligentafeln

Im Rahmen des 50jährigen Jubiläumsjahres entstand 2007 als Projekt des AK Liturgie die Heiligen-Tafel. "Mit den Heiligen durch das Jahr" - so lässt sich das Motto der Tafel treffend formulieren. Hinter 12 Türen, die sich allesamt separat öffnen lassen, befinden sich "alle Heiligen" der Allerheiligenkirche (die auch als große Sockelfiguren an den beiden Kircheninnenwänden dargestellt sind) mit jeweils ihren Namen, dem Gedenktag, Lebensdaten, einer kurzen Biografie sowie dem Hinweis auf ihre Attribute, mit denen sie charakterisiert und ausgestattet sind.
Maßgeblich beteiligt an der Planung und Konzeption waren als Mitglieder des AK Liturgie des Pfarrgemeinderates: Verena Busch, Lisa Schilling und Stefan Lindig, seitens der praktischen Durchführung und Umsetzung: Jessi Totschnigg (Fotos), Silke Hertzog (Vergoldung) und Wolfgang Kaehs (sämtliche Holzarbeiten).